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Lagerung von Honig

Lagerung von Honig

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By Martin

Es wird immer gesagt, dass Honig „dunkel, kühl und trocken” gelagert werden soll. Aber was bedeutet das jetzt im Alltag und warum ist das so? Um dieses Thema soll sich dieser kurze Artikel drehen.

Honig ist stark hygroskopisch. Das bedeutet, er zieht Feuchtigkeit aus seiner Umgebung. Deshalb muss Honig immer gut verschlossen aufbewahrt werden.

Bienen schützen ihren Vorrat in den Honigwaben – in aller Regel sobald er „trocken genug ist” – mit einem Wachsdeckel über der Zelle. Bei der Honigernte entfernen die Imker*innen diesen Wachsdeckel, bevor der Zellen-Inhalt, der Honig, in der Honigschleuder aus der Wabe heraus geschleudert wird.

Unsere Küchenschränke sind weit außerhalb der Verantwortung der Bienen. Da wir den Honig allerdings den Bienen weg nehmen, ist es – mindestens in meiner Anschauung – unsere Pflicht, das Lebensmittel bis zu seiner Verwendung pfleglich zu behandeln und zu beschützen. Und hier kommen genau die drei Stichworte von oben ins Spiel:

  • Dunkel: am besten lagert Honig im dunklen KĂĽchenschrank oder sogar im dunklen Keller, auf jeden Fall vor direktem Sonnenlicht geschĂĽtzt.
  • KĂĽhl: Zwischen 10° und 18° C im KĂĽchenschrank oder eben im Keller sind optimale Lagerbedingungen fĂĽr Honig.
  • Trocken: Honig ist stark hygroskopisch. Das bedeutet, er zieht Feuchtigkeit aus seiner Umgebung.

Im Kühlschrank sollte Honig allerdings nicht gelagert werden – dort verliert er seine Streichfähigkeit (zumindest bis er wieder angewärmt wurde), die Wahrscheinlichkeit der (groben) Kristallbildung steigt und meist hat der Kühlschrank auch ein höher mit Wasser gesättigtes Innen-Klima.
Anders hingegen sieht es mit der Gefriertruhe aus: eingefrohren behält Honig seine Eigenschaften jahrelang und solange man den Honig nicht über 40° C, besser 35° C erhitzt (lauwarmes Wasserbad) kann man ihn auch schnell wieder „auftauen“ (verflüssigen).
Letzteres gilt generell auch für kristallisierten Honig – allerdings gilt hier: je gröber (und größer) die Kristalle, desto schlechter verflüssigt sich Honig wieder.

Das Honig-Glas

Für das Honigglas bedeutet all das, dass es möglichst luft- und wasserdicht abschließen muss.


Das in Deutschland wohl bekannteste Honigglas ist das des Deutschen Imkerbundes. Während für Honig im Allgemeinen keine Zusatzattribute wie „echt”, „natürlich”, „kaltgeschleudert”, etc. erlaubt sind, ist das D.I.B.-Glas hier eine Ausnahme: es ist das einzige Gebinde, das mit „Echter Deutscher Honig” werben darf.
Die Nennung des Herkunftslands ist allerdings keine Besonderheit, dieses muss auf jedem Etikett angegeben sein. Und das gilt ab Mitte Juni 2026 auch für Mischhonige aus der Industrie für alle Herkunftsländer in absteigender Reihenfolge der Misch-Anteile.

Das D.I.B. Glas hat einen Plastikdeckel, welcher als solcher weder Luft- noch Wasserdicht abschließt. In ihn muss durch die Imker*innen ein gewachster Einlagedeckel aus Karton eingelegt werden – und nur wenn dieser unbeschädigt ist, kann der Honig als dicht verschlossen angesehen werden. Der Deckel ist dabei langlebig und nur die Karton-Einlage muss bei Wiederverwendung erneuert werden.

TwistOff Gläser sind heute Industriestandard – sie werden zur Verpackung von Tomatensoßen, Pudding, etc. verwendet. Und auch viele Imker*innen greifen inzwischen auf TwistOff Gläser zurück.
Bei den Deckeln muss allerdings sichergestellt werden, dass keine anderen Lebensmittel als Honig mit ihnen in Berührung gekommen sind, da der Honig sonst Farbe, Geruch und ggf. sogar Geschmack davon annehmen kann. Auch die Beschichtung darf keinesfalls verletzt sein, da sich sonst Rost ansetzen könnte. Deshalb werden in der Regel die Deckel der TwistOff-Gläser nur einmal verwendet und anschließend entsorgt.

Glas im Kreislauf

Grundsätzlich sind (Honig-)Gläser besser wieder zu verwenden als im Glascontainer zu recyceln – die Herstellung von neuem Glas aus Altglas(-Scherben) ist extrem ressourcenbindend während die Neu-Befüllung eines Glases nur eine gründliche Reinigung voraussetzt.

Jede*r Imker*in freut sich, wenn die Honiggläser ihren Weg nach dem Leeren wieder zurück finden – egal, ob es sich um Gläser des D.I.B. oder TwistOff Gläser handelt. Meist sind die Glaskosten nicht im Honigpreis berücksichtigt. (Gerade von Hobby-Imker*innen wird dieser selten kostendeckend angesetzt!)

Deshalb handhabe ich es so, dass ich jedes Honigglas (und auch diverse andere Gläser, die zu meinen Honig-Gläsern passen) annehme. Jede*r darf entsprechende Gläser gern bei mir abgeben.
Da ich TwistOff-Gläser für meinen Honig nutze, nehme ich D.I.B.-Gläser zwar an, verwende sie aber nicht selbst. Diese werden dann an andere Imker*innen weiter gegeben, die hier auf D.I.B.-Gläser vertrauen.

Sprechen Sie Ihre*n Imker*in gern an, ob und wenn ja welche Gläser sie zurück nehmen. Lassen Sie uns als Verbraucher*innen und Imker*innen gemeinsam die Ressourcen unserer Erde schonen!

Das Honigglas im Glascontainer

Sollte ein Honigglas das Ende seines Lebens erreicht haben – am Boden zerschellt, Risse oder Abplatzungen sind sichtbar, etc – ist es wichtig zu wissen, dass Honig nicht in die Umwelt gelangen darf. In Europa und in Deutschland im speziellen wird Honig zwar sehr stark überwacht – dies gilt aber in vielen Aspekten nur für den im Inland produzierten Honig.

Die oft als „die Bienenseuche” bezeichnete Amerikanische Faulbrut ist für den Menschen völlig unbedenklich, Honig aus befallenen Bienenvölkern ist als Lebensmittel ohne Kennzeichnungspflicht und Einschränkung zugelassen.
Allerdings kann Honig Sporen – die Dauerform des Auslösers der Amerikanischen Faulbrut, des Bakterium Paenibacillus larvae – enthalten und hier reichen schon kleinste Mengen, um ganze Völker der Honigbiene erkranken zu lassen. Sobald der Verdacht besteht, dass ein Volk an Amerikanischer Faulbrut erkrankt ist, muss dieser dem zuständigen Veterinäramt angezeigt werden. Dieses involviert dann u.a. Bienensachverständige und im Falle eines Ausbruchs kann es passieren, dass im Ausbruchsgebiet alle Akteure über mehrere Jahre hinweg darauf hin arbeiten, die Seuche einzudämmen. Dies geht auch mit dem Abtöten ganzer Völker einher. Mehr Informationen zur Amerikanischen Faulbrut gibt es hier zu lesen.

Aus diesem Grund müssen Honiggläser immer vollständig geleert und ausgespült – bestenfalls nach einer Runde in der Spülmaschine – sein, bevor sie im Glascontainer entsorgt werden.

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